Autismus

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Autismus Spektrum

Das Spektrum autistischer Störungen

Um die Formen der autistischen Störungen genauer zu bezeichnen, werden unterschiedliche Begriffe verwendet. Früher war man der Ansicht, dass man die einzelnen Krankheitsbilder klar voneinander abgrenzen kann. Heute geht man von einem Kontinuum aus, das alle Unterformen umfasst. Es wird «Tiefgreifende Entwicklungsstörung» oder «Autismus-Spektrum» genannt.

Die einzelnen Störungen unterscheiden sich bezüglich:

  • des Schweregrades der autistischen Symptome

  • der allgemeinen Entwicklung und Selbstständigkeit der Betroffenen im Alltag

  • des Alters beim Auftreten der Symptome

Zur Zeit werden von Fachleuten vor allem die folgenden Begriffe gebraucht:

Frühkindlicher Autismus

Die klassische Form des kindlichen Autismus wird infantiler Autismus, frühkindlicher Autismus oder Kanner-Autismus genannt.
Die Symptome müssen vor dem 3. Lebensjahr erkennbar sein.

High-functioning Autismus

Sind Kinder mit infantilem Autismus in ihrer Intelligenz wenig beeinträchtigt, bezeichnet man das als high-functioning Autismus.

Asperger-Syndrom

Unter diesen Kindern gibt es eine Gruppe, deren sprachliche und soziale Beeinträchtigungen weniger ausgeprägt sind und die in der Regel ihren Alltag meist selbstständig bewältigen.
Die Störung dieser Kinder bezeichnet man nach dem Arzt, der sie als Erster beschrieben hat, als Asperger-Syndrom.

Atypischer Autismus

Sind bei Kindern mit autistischer Störung die Symptome nicht in allen Bereichen vorhanden oder nicht sehr ausgeprägt, spricht man von atypischem Autismus.

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Bei den meisten Kindern mit autistischen Störungen sind keine anderen neurologischen Erkrankungen erkennbar. Der Autismus liegt hier in einer isolierten Form vor. Ca. 10% der betroffenen Kinder – vor allem diejenigen mit deutlicher geistiger Behinderung – leiden neben der autistischen Störung an einer bekannten neurologischen Krankheit. Diese kann genetisch bedingt (z.B. Rett-Syndrom, Tuberöse Sklerose, Fragiles-X-Syndrom) oder durch eine exogene Schädigung des Gehirns (z.B. intrauterine Rötelninfektion) verursacht sein.

Seit über 20 Jahren werden die autistischen Störungen als tiefgreifende Entwicklungsstörung verstanden und nicht mehr als Geisteskrankheit, z.B. als frühkindliche Schizophrenie.